Rede Müllabfuhr

Bei kommunale Unternehmen haben wir garantierte demokratische Repräsentation und daher Mitsprache und Kontrolle von Mitarbeiterinnen und Kundinnen, was bei privaten Unternehmen nur hart erkämpft werden kann und deshalb nicht immer gegeben ist. Dies ermöglicht eine bessere Sicherstellung der Qualität und Zuverlässigkeit der Infrastruktur.

Auch die Lebensqualität der Mitarbeiterinnen, den Schutz der Umwelt und der Bürgerinnen können wir besser gewährleisten und die Gebühren demokratisch kontrollieren. Eine Müllabfuhr, die allen zugänglich ist, unabhängig von ihrem Einkommen oder ihrem Wohnort, fördert die Chancengleichheit. Wenn die Infrastruktur in privater Hand ist, besteht die Gefahr, dass nur wohlhabendere Gebiete mit profitablen Aussichten bedient werden, während benachteiligte Gemeinschaften vernachlässigt werden könnten.

Eine kommunale Müllabfuhr kann die Bürgerinnenbeteiligung und Reduktion der Produktion von Müll fördern. Müllabfuhr sollte nicht profitorientiert sein. Kommunale Unternehmen sind natürliche gemeinwohlorientierte Unternehmen. Wir generieren kein Profit für Investorinnen und CEO. Eine Müllabfuhr ist kein Geldmacher, es ist die Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass die Städte sauber, sicher und gesund sind. Das sollte Geld kosten. Dafür bezahlen wir alle Steuern. Und wenn eine Stadt wächst, dann wird Müllabfuhr teuer, natürlich. Die Müllabfuhr ist eine Infrastruktur, die viel zu wichtig ist, um sie auf einer private Unternehmen zu übertragen. Wichtige Infrastruktur sollen in öffentlicher Hand bleiben!

Rede Straßennamen

Vor 3 Jahren hat unsere Fraktion den Antrag gestellt, zu prüfen, ob die folgenden drei Personen würdig sind, in Tübingen mit Straßennamen geehrt zu werden: Eduard Haber, Eduard Spranger, Wilhelm Schussen. Wie eine einfache Google Suche schon vor 3 Jahren klar gezeigt hat, hat die Kommission bestätigt, dass sie nicht geehrt werden sollten.

Wir finden den Vorschlag der Verwaltung gut, welcher endlich die Eduard-Haber-Straße, Niethammerstraße und Albrechtstraße umbenennen möchte. Heute werden wir, zusätzlich zu den von der Verwaltung vorgeschlagenen Straßennamen, beantragen dass das Umbenennungsverfahren der folgenden Straßen eingeleitet wird: Eduard-Spranger-Straße, Isoldenstraße, Ludwig-Krapf-Straße und Wilhelm-Schussen-Weg. Die Biographie der 3 Nazis/Kolonialisten, in der Vorlage der Verwaltung, sind meiner Meinung nach von der Verwaltung und Geschichtskommission ausreichend erklärt worden.

Eine kurze Erklärung zu unseren vorgeschlagenen Straßennamen:
Eduard Spranger hat antisemitisch gehandelt, war ein Nationalist, und Mitglied der
Stahlhelme.
Isolde Kurz hat antisemitisch gehandelt, hat eine Eloge (Lobrede) zum 50. Geburtstag Adolf Hitlers im Jahr 1939 geschrieben und ließ sich 1943 von Joseph Goebbels
mit der “Goethe-Medaille” ehren.
Ludwig Krapf war ein Missionar und hat Rassismus verbreitet.
Wilhelm Schussen hat ein Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler und eine
Lobeshymne auf Hitler geschrieben.

Eine Straßenbenennung ist eine explizite Ehre für eine Person. So ist es bei der Benennung gedacht und es bleibt bis heute eine ausdrückliche Ehrerweisung, die nur sehr wenigen Personen zuteilwird. Damals wie heute. Wollen wir diese Menschen weiterhin aktiv ehren? Ich denke ganz klar: nein. Ich plädiere daher für die rasche Umsetzung von Umbenennung aller Straßennamen, die Menschen ehren, die großes Leid angetan haben, mitverursacht, unterstützt oder gutgeheißen haben.

Wir beantragen hiermit nicht, dass diese Menschen das gleiche erfahren wie ihre Opfer: Diskriminierung, Folter, Hunger, Sterilisierung, Kastration, Mord. Wir wollen sie nur nicht mehr ehren!

Wer heute dagegen stimmt, den Antrag der FDP folgt, schiebt es zumindestens auf der langen Bank. Sie beugen sich vor einer rechten Minderheit in Pfondorf, obwohl es hier eine Mehrheit gäbe diese Straßennamen zu ändern. Ich finde es unerträglich, dass damit die Rechten und Rechte Ideologien wieder gewinnen.

Straßennamen zu ändern, löscht keine Geschichte. Dass ein Gemeinderat Straßennamen ändert ist auch Teil der Geschichte! Wir schreiben damit Geschichte, dass wir nicht mehr Nazis und Kolonialistinnen weiter ehren wollen. Wir haben mehrmals beantragt alle Straßen im Gebiet der Stadt Tübingen, die nach Personen benannt sind die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nachweislich ausgeübt oder unterstützt durch Opfer von dem ausgeübten gruppenbezogene menschenfeindliche Gewalt oder Wiederstandkämpfer*innen gegen dessen Ideologien zu ersetzen. Und alle diese Versuche wurden mit großer Mehrheit hier abgelehnt. Wenn unser Antrag angenommen würde, würden wir keine Geschichte vergessen, sondern sie in den Straßen der Stadt sehr präsent behalten ABER die Ehrung an den Richtigen geben.

Antrag: Einführung eines Bürger*innenhaushalts

Begründung:

Statement zu Boris Palmer

Wieder einmal müssen wir das Verhalten des Tübinger Oberbürgermeisters aufs Schärfste verurteilen. Seine Aussagen waren wieder rassistisch, diskriminierend, polemisch und zutiefst entwürdigend. Gegen den Rassismus von Boris Palmer war ein der Gründe, warum wir für den Gemeinderat in Tübingen kandidiert haben und wir haben leider in den letzten Jahren aus der ersten Reihe erfahren, welches Gedankengut er verbreitet.

Palmer hat sich in der Vergangenheit durch rassistische, homophobe und transphobe Aussagen und Handlungen hervorgetan. Ich kann Ihnen viele Informationen und Quellen zu Palmers Verhalten zur Verfügung stellen, aber hier finden Sie eine ausführliche Liste: https://www.fraktion-tuebingen.de/?page_id=490.

Es ist beschämend, einen solchen Bürgermeister zu haben. Es ist auch wirklich entsetzlich, dass ihn so viele Leute gewählt haben, obwohl diese “Vorfälle” nichts Neues sind. Es ist beängstigend, als Migrantin mitten in einer Stadtgesellschaft zu leben, die so ein Bürgermeister wählt. Es ist elementarer Bestandteil der Arbeit und die Pflicht eines Oberbürgermeisterins, die Vertreterin aller hier lebenden Menschen zu sein. Menschen zusammenzuführen und zu vermitteln.

Wir können uns sein Verhalten nicht wirklich erklären. Boris Palmer ist ein geistiger Brandstifter. Er sonnt sich in der Aufmerksamkeit des rechten Randes und solange ihm die Aufmerksamkeit dafür sicher ist, werden verschiedene Minderheiten regelrecht dazu benutzt, die Debatte um ihn am laufen zu halten. Es werden immer wieder Vorurteile bedient und immer wieder inszeniert sich Boris Palmer als das Opfer einer Kampagne von “linker Seite.”

Es reicht mit der Hetze gegen Minderheiten, es reicht mit Provokationen, es reicht auch damit, sich selbst permanent als Opfer darzustellen, denn er ist nicht das Opfer. Die Opfer seiner Worte sind die diskriminierten Gruppen.

Wir fordern, wie die viele letzten Malen davor: er soll sich entschuldigen, sich antirassistisch weiterbilden, zurücktreten und neue Wahlen sollen veranlasst werden.

Open Data Initiative

Pädagogische Fachkräfte? Kein Problem!

Seit Monaten, Jahren, ja Dekaden ist der Mangel an pädagogischen Fachkräften stetig ein Thema. Man könnte fast meinen, es gäbe einen ganzen Teil der Bevölkerung, der minderjährig und auf angemessene Betreuung angewiesen ist. Ich selbst studiere Pädagogik im Hauptfachumfang im Erweiterungsfach, da mich mein Lehramtsstudium noch nicht genug ausgelastet hat. Dennoch würde ich mich niemals für pädagogische
Tätigkeiten mit Kindern unter zehn Jahren befähigt fühlen, schon allein deswegen, weil ich nicht basteln und nicht malen kann.

In unserem Dorfkindergarten wurde ich da auch nicht optimal unterstützt. Allein schon die Tatsache, dass ich immer angehalten wurde, meine Wasserfarben kaum mit Farbe sondern fast ausschließlich mit Wasser zusammenzurühren, zeigt schon die Begrenzung meiner künstlerischen Freiheit aufgrund ökonomischer Knappheiten, die ich als Insasse dieses Kindergartens nicht beeinflussen konnte. Auf foucaultsche Vergleiche verzichte ich hier, aber Sie wissen, was ich meine.

Nun kommt noch dazu, dass neben allgemein schlechten Arbeitsbedingungen und Gefängnisvergleichen das Berufsfeld auch grundsätzlich anstrengend ist. Jede Arbeit mit Kindern ist auf die Stufe der Arbeit mit Kundinnen zu setzen: Sie motzen, wissen alles besser, und machen nie das, was man ihnen sagt. Wenigstens bekommt man von Kundinnen Geld. Die Kinder aber beschweren sich noch, dass sie nicht mit dem Bobbycar den Österberg runterrasen dürfen. Hier zeigt sich ein weiteres Problemfeld, die Verantwortung: Wenn ein Kind mit eben diesem Bobbycar gegen die Wand fährt, bekommen Sie womöglich ein Problem. Fährt ein alkoholisierter Kunde in Ihre Schaufensterfläche, regelt das die Versicherung.

Nach unserem Vergleich zwischen Kindern und Kundinnen zeigt sich die Lösung auf: Wir müssen KiTas einfach in Verkaufsflächen, Restaurants und Unternehmensberatungen verwandeln. Früher oder später verfallen Kinder wie jedes Individuum dem Konsumzwang und der Wandel zu Kundinnen kann nicht früh genug erfolgen. Einen Kaufladen und eine Kinderküche hat doch bestimmt jede KiTa und Kindergarten, eine praktischere Lösung fällt
uns nicht ein.

Samantha Hilsdorf
Die FRAKTION – PARTEI, DiB, Huhn

Rede Straßenbenennung

Eine Straßenbenennung ist eine explizite Ehre für eine Person. So ist es bei der Benennung gedacht und es bleibt bis heute eine ausdrückliche Ehrerweisung, die nur sehr wenigen Personen zuteilwird. Damals wie heute.

Vor 3 Jahren hat unsere Fraktion den Antrag gestellt, zu prüfen, ob die folgenden drei Personen würdig sind, in Tübingen mit Straßennamen geehrt zu werden: Eduard Haber, Eduard Spranger, Wilhelm Schussen. 3 Jahre später liegen uns nun die Ergebnisse dieser Prüfung vor. Unsere Vermutung hat sich leider bestätigt, dass sie es nicht sind.

Ich plädiere daher für die rasche Umsetzung von Umbenennung aller Straßennamen, die Menschen ehren, die großes Leid angetan haben, mitverursacht oder unterstützt/gutgeheißen haben.

Es geht um Gefühle und Existenz der Menschen in Tübingen, die noch heute unter den Folgen von Rassismus, der Kolonialisierung und des Nationalsozialismus leiden, es geht um das klare Zeichen, dass Tübingen eben keinen „kolonialen Willen“ hat und dass Tübingen keine Rassist*innen/Antisemitin*innen/Kolonialist*innen ehrt. Der bürokratische Aufwand für die Anwohner*innen ist da ein überschaubarer Preis. Es sollte außerdem im Interesse aller Anwohner*innen der Straße sein, endlich nicht mehr den Namen eines kolonialen Nazis auf ihrem Adressbogen zu haben und Tübingen sollte froh sein, ein*e Verbrecher*in weniger zu ehren.

Der Integrationsrat beziehungsweise Personen, die noch heute unter den Folgen von Rassismus, der Kolonialisierung und des Nationalsozialismus leiden, sollen eine großere Stimme in diesem Prozess erhalten und zu jeder Straßenbenennung und Umbenennung stärker miteinbezogen werden.

Durch die Umbenennung der Straße zu Ehren von Opfer von rassistischemotivierte Mord (wir im Fall von Kiomars Javadi Mord) oder Wiederstandkämpfer*innen gegen dessen Ideologien bei gleichzeitiger Aberkennung dieser gegenüber, zum Beispiel einem Befürworter des Nationalsozialismus, setzt Tübingen ein klares Zeichen gegen rassistisch motivierte Gewalt. Außerdem geht Tübingen dadurch einen weiteren Schritt in die Richtung, gesellschaftliche Ehrungen nicht mehr den Täter*innen, Mitläufer*innen und passiven Unterstützer*innen, sondern den Opfern und Widerstandskämpfer*innen des Nationalsozialismus zukommen zu lassen, ohne die Geschichte zu vergessen. Warum sollten Nazis auf der Höhe geehrt werden, während Jüdinnen:Jüden nur auf dem Boden erinnert werden. Die alten Namen sollen meiner Meinung nach da bleiben, durchgestrichen und mit einer Erklärung warum sie durchgestrichen wurden, sodass alle daran lernen können.

Wir denken nicht, dass alle Straßen mit Namen von Personen mit einem Bezug zu Tübingen benannt werden sollen. Das war noch nie so und wir sehen keinen guten Grund dafür, warum dies eingeführt werden soll. Das heißt natürlich auch nicht, dass keine Straßen nach Personen mit lokalen Bezug benannt werden sollen, dies soll natürlich gemacht werden.

Eigentlich sind alle diese Ideen im Antrag alt und selbstverständlich. Antirassismus und Antifaschismus ist etwas, dem wir uns alle verpflichtet fühlen sollten. Die eigenen Position in bestehenden Machtverhältnissen bewusst zu sein, diese kritisch zu hinterfragen und sich letztendlich dafür zu entscheiden, die Privilegien so zu nutzen, dass sie auch anderen zugutekommen. Sowie viele Menschen außerhalb dieses Gemeinderat haben das verstanden und ich freue mich auf jede weitere Person im Saal, die das auch verstehen und heute in der Abstimmung umsetzen wird.

Antrag:

„Tötungsdelikt im Alten Botanischen Garten und Reaktion des Oberbürgermeisters“

  • Erstmals: mein Beileid gilt Basiru Jallow und seine Angehörigen, rest in power and peace, niemand hat das Recht, das Leben eines anderen zu nehmen. Es ist schrecklich, das was passiert ist und es tut mir als Gemeinderätin leid, dass wir nicht dafür gesorgt haben, dass Gewalttaten dieser Art verhindert werden. Der Tod eines schwarzen Menschen ist genauso tragisch wie der Tod einer weißen Person, das sollte selbstverständlich sein, ist es aber leider NOCH nicht. Black lives matter.

Jetzt zu Palmer:

  • Wieder einmal müssen wir hier alle das Verhalten des Tübinger Oberbürgermeisters aufs Schärfste verurteilen. Sein Facebookpost ist rassistisch, diskriminierend, polemisch, voller Vorurteile und zutiefst entwürdigend.
  • Wieder spielt er Sheriff: Noch bevor überhaupt ermittelt ist, wie es zu diesem Verbrechen kommen konnte und wer noch daran beteiligt war, scheint Herr Palmer genau zu wissen, wer hier als Schuldiger nur in Frage kommen kann und nimmt gleich eine ganze Gruppe, nämlich geflüchtete Menschen, die bei uns Schutz suchen, in Sippenhaft. Das Opfer wird bei ihm zum Täter!
  • Er nutzt alles, sogar den Gewaltsamen Tod eines Mitbürger für seine Agenda. Um geflüchtete Menschen gleichzusetzen mit Verbrecher*innen. Um unsere Gesellschaft zu spalten. Um gegen schwarze Personen zu hetzen. Um für weitere rassistische Diskriminierung und Angriffe in Tübingen und sonst wo, wo seine Worte ankommen, eine Begründung zu geben.  Seine Worte haben leider eine Wirkung.
  • Es ist beschämend, einen solchen Bürgermeister zu haben. Es ist auch wirklich entsetzlich, dass ihn so viele Leute gewählt haben, obwohl diese “Vorfälle” nichts Neues sind. Es ist beängstigend, als Migrantin mitten in einer Stadtgesellschaft zu leben, die so ein Bürgermeister wählt.
  • Es ist elementarer Bestandteil der Arbeit und die Pflicht eines Oberbürgermeister*ins, die Vertreter*in aller hier lebenden Menschen zu sein. Menschen zusammenzuführen und zu vermitteln. Menschen, die Probleme zu nehmen, statt ihnen welche zu bereichen. 
  • gleichzeitig wäre es in seiner Verantwortung, den Park vor Tötungsdelikten zu schützen. Herr Palmer hat es versäumt, rechtzeitig zusammen mit seinem Ordnungsamt und der Polizei zu überlegen, wie man den Park sicherer machen kann, um Gewalt zu verhindern.
  • Seine Lösung ist eine extrem abstruse Lösung, die komplett zusammenhanglos zu dem Problem ist, außerdem komplett fern von normalen Maßnahmen, die überall auf der Welt ergriffen werden um Gewalt in einem 250 Quadratmeter Park zu verhindern. Er fordert, dass “kriminelle” geflüchtete Personen in Lagern außerhalb der Städte (dauerhaft) untergebracht werden. Der Täter war keine geflüchtete Person! Er möchte geflüchtete Menschen vor Ermordung schützen in dem er sie in Camps einsperrt und abschiebt?! Das ist seine Lösung FÜR ALLES, es ist eine Forderung, die gegen jegliche Menschenrechte verstößt: dass diese Menschen wie schwere Straftäter*innen behandelt werden, obwohl er genau weiß, dass alle Menschen in einem Rechtsstaat vor dem Gesetz gleich behandelt werden sollen. Die Lösung gegen Kriminalität und Gewalt in Parks war niemals Abschiebung! Überall auf der Welt reichen kleine regelmäßige Patrouillen, was denkt er, was Tübingen ist? Madmax?!
  • Wir könnten glauben, dass ihn “nur” die Frage beschäftigt, wie wir das in Zukunft verhindern können, dass er doch nicht rassistisch handeln wollte… Aber Palmer hat sich schon häufig in der Vergangenheit rassistisch, vor allem gegenüber schwarzen Mitbürgern, geäußert. In seinen Worten sage ich jetzt: „Eins plus eins gibt zwei. Da muss man nicht viel mehr überlegen. Bisher waren diese Schlussfolgerungen immer richtig. Das wird aber nicht gern gesehen, weil man dann zugeben müsste, dass das Muster existiert.“ Das Muster ist Herr Palmer hat ein Problem mit Rassismus.
  • Außerdem,  es ist gerade die „Woche gegen Rassismus“ in Tübingen (organisiert von der Stadtverwaltung) und Herr Palmer mit so einer Tat komplett der Zynismus einer solcher Veranstaltung, die von ihm/seiner Abteilung organisiert wurde, beweist. Er macht die Arbeit aller Menschen in der Stadtverwaltung, die sich für Antirassismus einsetzen, zu nichten.

Schulessen

  • Tierische Produkte (Fleisch/Fisch, Milch, Eier, etc) in allen städtischen Mensas inklusive Schulen und bei der Verpflegung von Mitarbeiter*innen/Ehrenamtliche der Stadt sollen ausschließlich Bioqualität aufweisen oder von Haltungstufe 4 stammen
  • Tierische Muskel und Organe (Fleisch/Fisch) sollen ausschließlich in unverarbeiteter Qualität angeboten werden statt auf stark verarbeitete Weise (mit verarbeitetem Fleisch ist solches gemeint, das zum Beispiel durch Salzen, Fermentieren, Räuchern oder Pökeln haltbar gemacht wird, wie Salami, Schinken oder Würstchen)
  • Die Gerichte sollen, so wie unsere Stadt, ein breites Publikum ansprechen und sollen daher die weltweite Küche widerspiegeln (Gewürze und Zubereitungsart/Zutatenmischungen)

Begründung

Laut der Vorlage 93/2022 soll der Anteil von Fleisch in schulischen Mensen erhöht werden, mit der Hoffnung, dass die Zufriedenheit der Schüler*innen mit dem Mensaessen erhöht wird. Nach der Ausschreibung der Stadt werden die toten Tiere/bzw deren Körperteile gerade nicht zwingend aus biologischen Betrieben bzw. von Betrieben mit Haltungsstufe 4 (Quelle 1) angeboten (obwohl dies nach unserem Änderungsantrag Bestandteil des Klimaschutzpaketes der Stadt Tübingen ist). Unser Antrag, ausschließlich vegetarisches Essen anzubieten wurde leider vor einem Jahr vom Gemeinderat Tübingen mit großer Mehrheit abgelehnt. Daher beantragen wir, dass zumindest das angebotene Fleisch und tierischen Produkte ausschließlich Bioqualität aufweisen oder aus Haltungstufe 4 stammen. Das Essen schmeckt dann trotzdem nach Tierleid und Klimawandel, aber mit einem leicht besseren Gewissen.

Da stark verarbeitete Fleischprodukte nachweislich krebserregend sind, sollen diese ebenfalls untersagt werden. Mit verarbeitetem Fleisch ist solches gemeint, das zum Beispiel durch Salzen, Fermentieren, Räuchern oder Pökeln haltbar gemacht wird, wie Salami, Schinken oder Würstchen.

Um die Akzeptanz des Essens in den Mensen zu erhöhen, soll nicht ausschließlich deutsches Essen angeboten werden, sondern auf die weltweite Cuisine zugegriffen werden.

Quellen:
1. Haltungsform 4 bietet den Tieren einen tatsächlichen Auslauf im Freien und außerdem den meisten Platz im Stall (Beispiel Schwein: + 100 Prozent) – nur für die Pekingenten gibt es in allen 4 Haltungsformen dieselben Vorgaben zum Platzangebot im Stall. Das Futter ist auch in dieser Haltungsform ohne Gentechnik. In diese Stufe ist Biofleisch einzuordnen. Aber auch konventionell erzeugtes Fleisch findet sich hier, wenn die Tierhaltung die beschriebenen Anforderungen erfüllt.

Antrag: 10% übertarifliche Bezahlung für pädagogische Fachkräfte

Antrag: 10% übertarifliche Bezahlung für pädagogische Fachkräfte

Aufgrund der dramatischen Unterbesetzung und der hohen Arbeitsbelastung in den Kitas und Kindergärten der Stadt Tübingen sollen pädagogische Fachkräfte in Tübingen eine dauerhafte übertarifliche Bezahlung von 10 % erhalten.

Begründung:

Die Arbeit von pädagogischen Fachkräften ist von größter Bedeutung für die Entwicklung und Bildung von Kindern. Sie sind verantwortlich dafür, dass Kinder die bestmögliche Förderung und Unterstützung erhalten und sich zu gesellschaftlich verantwortungsvollen Erwachsenen entwickeln können.

Die Beanspruchung von Care Arbeit und pädagogischer Betreuung weg von der alleinigen Verantwortung der Erziehungsberechtigten führt zu mehr Geschlechtergerechtigkeit, da es sonst hauptsächlich Mütter sind, die ihre Arbeit, Selbstversorgung, Verwirklichung und Emanzipation opfern, um diese Arbeit zu leisten.

Leider ist es in der Praxis jedoch so, dass die Bezahlung von Care Workerinnen (Sorgearbeiterinnen), unter denen pädagogische Fachkräfte, selbst nach Tarif niedrig ist und somit der Stellenwert, die Wertschätzung und die Knappheit dieser Berufsgruppe in der Gesellschaft nicht widergespiegelt wird.

Eine übertarifliche Bezahlung von pädagogischen Fachkräften würde nicht nur dazu beitragen, diesen Beruf attraktiver zu machen, sondern auch dazu, dass qualifizierte Menschen für diesen Beruf gewonnen werden können.

Außerdem trägt dieser Antrag zur Gendergerechtigkeit, da nicht nur im privaten sondern auch bei der professionellen Sorgearbeit es ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern gibt: ob als Sozialpädagogin, Haushaltshilfe, Krankenpflegerin oder Erzieherin – meistens sind es Frauen,
die in Sorgeberufen tätig sind. In diesen Berufen wird gesellschaftlich wertvolle Arbeit geleistet, die Vergütung ist hingegen oft schlecht.