Royalistisch-aristokratisch anmutend plärrt es aus der lokalen CDU-Zentrale. Schier gar bigott wird von ihnen ihr quasi gottgegebenes Recht auf Privateigentum hochgehalten und postuliert. In der Kronenstraße haben Menschen in Not mit Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, und mit Sinn für das Gemeinwohl nun ihr Schicksal selbst in die Hand genommen, und das Grundbedürfnis Wohnen eingefordert. Für Menschen mit einem christlichen Wertekanon sollte das nachvollziehbar sein, im Speziellen wenn wir uns an die christliche Soziallehre erinnern möchten. So ist die Forderung, Wohnraum zu dekommodifizieren bzw. der Spekulation am freien Markt zu entziehen, nur nachvollziehbar. Da der freie Markt für Menschen mit geringen und Durchschnittseinkommen nach wie vor die Bedarfe des Lebens wie Wohnen nicht regelt, ja gar ausufernde soziale Nöte erzeugt, geht der nächste Vorschlag der konservativen Hochleistungs-Denkfabrik mindestens auf einer weiteren Ebene schief. Im Sinne einer Marktlogik bezahlbaren Wohnraum durch mehr Bauen zu schaffen, heißt den Grünflächenverbrauch zu steigern, und so die in Zeiten des Klimawandels dringend benötigten Wärmesenken durch diese Versiegelung weiter zu reduzieren. Währenddessen jagt eine Hitzewelle die nächste, Temperaturrekordwerte überschlagen sich. Es gibt Leute, Gruppen, die den Klimawandel leugnen; bei unserer Abstimmung zur Fortschreibung des Tübinger Klimaschutzprogramms im Juli im Gemeinderat hatte sich die CDU „konstruktiv enthalten“, was auch immer das heißen mag. Froh bin ich über den klugen Umgang der Verwaltungsspitze und auch des Eigentümers mit den BesetzerInnen des Hauses in der Kronenstraße. Dass sie eben nicht der von der CDU geforderten Law & Order Mentalität gefolgt sind, denn „die Ziele der Gruppe und auch die Grundgedanken und das Engagement der Akteure sind nachvollziehbar und gut, es war nur das falsche Haus“ (C. Soehlke, Tagblatt 17.08.2026). Auch einen herzlichen Dank an dieser Stelle für den Zuspruch der Kronenstraßen-Nachbarschaft und die Solidarität in unserer Stadtgesellschaft! Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, Kulturräume sowie kommerz- und konsumfreie Räume und Plätze, auch in der Innenstadt.
